Finanzbildung: Auch die Basis für politische Entscheidungen?
Finanzwissen geht über den persönlichen Kontostand hinaus. Es ist nicht nur entscheidend für die eigene Vorsorge, sondern auch für die Gesellschaft und die Entscheidungen, die wir gemeinsam treffen. Und damit ganz klar auch für politische Entscheidungen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass auch Nicht-Finanz-Politiker ein gutes Verständnis für die ökonomischen Zusammenhänge haben.
1️⃣ Persönliche Vorsorge: Deine Zukunft beginnt heute
Wir kennen die Vorsätze: «Ab morgen spare ich», «Ich sollte gezielter investieren» oder «Ich lasse mir dann mal den Vorsorgeausweis meiner PK erklären.» Doch später kann eben zu spät sein. Mal vorausgesetzt man kann noch für einen längeren Anlagehorizont anlegen: Verpasste Renditen kann man auch mit einer Nachzahlung ins 3a nicht mehr wettmachen.
2️⃣ Politische Entscheidungen
Finanzbildung ist wichtig, um gesellschaftliche Zusammenhänge zu verstehen und bei politischen Entscheidungen eine eigene Meinung bilden zu können. Unser System baut darauf, dass wir Themen wie Steuern, Sozialversicherungen oder auch die Staatsverschuldung mitbestimmen, zumindest, wer das 🇨🇭 Bürgerrecht hat und mitmachen darf. Umso wichtiger, dass wir informiert entscheiden. Ohne Grundwissen ist schwer zu verstehen, welche Auswirkungen ein «Ja» oder «Nein» haben wird.
Konsequenz: Entscheidungen werden aus dem Bauch heraus getroffen – oder gar nicht. Und das schwächt die Demokratie. Finanzbildung stärkt uns alle in der Mitbestimmung.
3️⃣ Fehlende Finanzbildung kostet – nicht nur Geld, sondern auch Chancen.
Wer keine Ahnung von Verträgen hat, unterschreibt vielleicht die falschen, geht Verpflichtungen ein, verschuldet sich. Der Preis für die Gesellschaft: Uninformierte Entscheidungen, geringe Wahlbeteiligung und steigende Belastung durch soziale Ungleichheit.
Finanzbildung ist eine Notwendigkeit
Sie gibt uns die Tools an die Hand, um Ziele zu erreichen. Sie stärkt die Demokratie, indem sie befähigt, nachhaltig und bewusst mitzubestimmen.
Wie lässt sich das ändern?
Auch in der Familie über Geld reden! Fragen stellen oder einen Kurs buchen wenn das Wissen fehlt.
Und die Schule?
Finanzbildung gehört stufengerecht auch in die Schule. Primarschüler sollen verstehen, wie das Schulhaus finanziert wird und dass die Eltern über die Steuern mitzahlen. In der Oberstufe sollte man unbedingt über Schulden besprechen. Und im Gymi und Berufsschule kann die Steuererklärung und auch das Sozialsystem besprochen werden, schliesslich werden die meisten noch während der Schulzeit bzw. Lehre volljährig.
Was ich so mache
Auch ich bilde mich regelmässig weiter. Um meine Lizenz als CFP® behalten und bestätigen zu können, benötige ich über eine 2-Jahresperiode 60 sogenannte CECs (Continuing Education Credits). 20 davon werden mir für das Selbststudium angerechnet. 40 kann ich über Kurse, Veranstaltungen und Seminare erhalten. Dabei steht 1 CEC für eine 45 Minuten Lektion. Über zwei Jahre muss ich also mindestens 45 Stunden Weiterbildung absolvieren.
Wissen teilen
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