Meinung zur geplanten Anpassung der Besteuerung von Vorsorgekapitalien

Meinung zur geplanten Anpassung der Besteuerung von Vorsorgekapitalien

Wer gehört zu den «Steuertricksern»?

Albert Steck von der NZZ bringt es auf den Punkt: Es gibt sinnvolle und ehrenwerte Gründe, sein Pensionskassenkapital zu beziehen. Deswegen ist man noch lange kein «Steuertrickser»! Link zum Artikel

Die Diskussion um eine höhere Besteuerung von Bezügen aus der 2. und 3. Säule geht in eine falsche Richtung. Menschen, die sich frühzeitig um ihre eigene Vorsorge kümmern, bewusst sparen und Verzicht üben, werden als Steueroptimierer abgestempelt. Doch genau diese Eigenverantwortung sollte gefördert statt bestraft werden.

Erwachsene sind doch grundsätzlich selbst für ihr eigenes Einkommen verantwortlich. Unabhängig vom Alter. Natürlich gibt es Menschen, die Unterstützung benötigen – und diese müssen sie auch erhalten. Doch das Prinzip der Eigenverantwortung bleibt zentral: Wer im Alter einen bestimmten Lebensstandard halten oder sich etwas gönnen möchte, muss frühzeitig selber vorsorgen.

Das ist doch mehr als logisch, oder?

Es wird oft behauptet, dass nur Top-Verdiener sich zusätzliche Einzahlungen in die Pensionskasse leisten können. Aber stimmt das wirklich? Kaum… ich höre da anderes! Ähnliches wird von der 3. Säule behauptet. Dabei investieren alle Menschen aus allen Einkommensschichten ins 3a – mit Ausnahme der Einkommensmultimillionäre, für die der steuerliche Vorteil kaum ins Gewicht fällt.

Der Staat hat hierfür Steuererleichterungen in der Sparphase geschaffen und versprochen, diese auch bei der Auszahlung zu gewähren. Eine plötzliche drastische Steuererhöhung würde dieses Vertrauen erschüttern.

Statt aus einem nicht perfekten, aber dennoch guten Vorsorgesystem eine Neiddebatte zu machen, sollten wir die bestehenden Anreize erhalten, stärken und dafür kämpfen. Wer für sich selbst vorsorgt, entlastet langfristig den Staat und reduziert das Risiko der Altersarmut. Das soll belohnt werden.

Und ja, Steuersätze können sich ändern – aber eine Vervielfachung der Steuerlast widerspricht dem Prinzip von Treu und Glauben. Auch wenn man als Staat auf der Suche nach zusätzlichen Einkünften ist: Die Eigenverantwortlichen mit höheren Steuern zu belasten ist kontraproduktiv.

Es ist Zeit für eine sachliche Debatte ohne Neid und Polemik – im Interesse einer stabilen Altersvorsorge für alle.

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