Die ersten drei Monate als Selbständiger haben mir vieles gezeigt. Eines davon. Ich kann selber umsetzen, was ich meinen Kundinnen und Kunden jeden Tag erkläre. Struktur. Überblick. Ehrlichkeit mit sich selbst.
Mein Bankkonto hatte bis vor kurzem ein gutes PFM Tool. Die grosse Bank hat es abgeschaltet. Warum auch immer. War ich wirklich der einzige Kunde, der dieses Teil genutzt hat. Daten über mehrere Jahre sauber gepflegt. Weg.
Also blieb nur der Weg, den viele Menschen kennen. Export der Transaktionen als CSV. Alles in eine grosse Excel Tabelle kopieren. Und dann von Hand sortieren. Zeile für Zeile. Hunderte Transaktionen. Ich bin ein Excel Power User und habe sogar eine gewisse Freude empfunden Ordnung in dieses Chaos zu bringen. Gar nicht so schwierig. Wenn Coop enthalten dann. Wenn Migros enthalten. Wenn es nach Software aussieht oder nach Abo. Und so weiter. So bin ich durch jede Ausgabe gegangen und habe sie einer Kategorie zugewiesen.
Es ist mühsam. Es zeigt aber das echte Bild. Und man würde meinen, dass der Pain dazu führt, dass man die Buchhaltung endlich vereinfacht.
Meine Feststellungen. Nicht viel Neues. Trotzdem ein kleiner Schock.
Die grössten Ausgaben sind Lebensmittel und Haushaltseinkäufe. Eigentlich wenig überraschend. Wir sind eine Familie und es kommt schnell etwas zusammen.
Dann kommen die Kosten rund um meine neue Firma. Software Lizenzen. Abo Tools. Zahlungen an Dienste, die ich seit Jahren nutze und die immer noch über die privaten Karten laufen. Das sollte ich ändern. Manche Tools nutze ich kaum. Die werden gelöscht oder ersetzt. Richtig übel ist die Adobe Creative Suite. Wenn man sie nicht an Black Friday kauft kostet sie gegen 70 Franken pro Monat. Canva kann fast alles und den Teil von Acrobat kann ich auch anders lösen.
Eine echte Schockstelle. In drei Monaten habe ich 130 Franken Kreditkartenkommissionen bezahlt. Nur für Zahlungen im Ausland. Keine Ferien. Nur Software und ein Trip nach Berlin. Dazu die Grundgebühr der Karte. Mehrere Hundert Franken pro Jahr. Diese Karte ist zu teuer. Dass sie zusätzlich so hohe Kommissionen frisst ist unverschämt. Das werde ich korrigieren.
Ein grosser Teil der Pivot Tabelle zeigt klar etwas anderes. Die ADHD Tax oder halt die ADHS Steuer. Wir konsumieren viel zu viel Takeaway und Liefer Food. Das muss nicht sein. Früher war das Auto eine der grössten Positionen. Heute taucht es beim Leasing und beim Strom auf. Die Betriebskosten sind deutlich tiefer. Das freut mich.
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