Mein Auftritt im Beobachter
Der Beobachter wird bald 100 Jahre alt. Das Magazin mit Fokus auf Recht und Gerechtigkeit gehört für viele Schweizerinnen und Schweizer zur regelmässigen Lektüre. Der Verlag bringt auch immer wieder starke Sachbücher heraus. Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal auf die Titelseite dieser Institution des Schweizer Journalismus komme.
Gesucht habe ich es aber nicht wirklich. Aber ich sage auch nicht nein. Offenbar war meine persönliche Geschichte so interessant und die Bilder der Fotografin so stark, dass mir diese Ehre zuteil wurde. Immerhin dürfte die Auflage dank meinem Konterfei an den Kiosken der Schweiz um ein paar Exemplare gestiegen sein. Zahlreiche Bekannte und Kontakte haben sich bei mir gemeldet und mir zum Artikel und zur Offenheit gratuliert. Das freut mich für den Verlag, aber auch für die Aufmerksamkeit, die das Thema ADHS dadurch erhält. Denn es ist wichtig, besser zu verstehen, weshalb ein Teil der Bevölkerung anders denkt und handelt als die grosse Mehrheit.

Wir werden immer mehr
Dieser vermeintlich kleine Teil wächst stetig. Seit man stärker darauf achtet, wie sich ADHS bei Mädchen und Frauen zeigt, werden immer mehr Diagnosen gestellt. Auch im Erwachsenenalter nimmt die Zahl der Diagnosen zu. Ich selbst musste 46 Jahre alt werden, bis die Medizin mich einordnen konnte. Seither melden sich Menschen bei mir, bei denen ich nie mit einer solchen Diagnose gerechnet hätte. Viele wollen damit aber nicht an die Öffentlichkeit. Zu gross ist die Angst vor Stigmatisierung, Abwertung und Ausgrenzung. Ich persönlich habe bislang keine negativen Erfahrungen gemacht. Doch ich weiss, dass nicht alle mein offenes Umgehen mit der Situation gleich bewerten.
Mit den Vorurteilen muss ich leben
Mit den Einschränkungen muss ich aber nicht leben. Meine Therapie hat mir enorm geholfen. Und dank der passenden Wahl eines Medikaments habe ich viel Lebensqualität gewonnen. Mehr als ein Jahr habe ich mich dagegen gewehrt, überzeugt davon, dass ich es „auch so“ schaffen würde. Rückblickend hätte mir klar sein müssen, dass das kaum funktionieren kann. Mit jedem Jahr wurde es anstrengender, den Alltag über 12 bis 16 Stunden hinweg zu bewältigen, ohne die Fassung zu verlieren.
Heute bin ich gut eingestellt und spüre praktisch keine Nebenwirkungen mehr. Ich habe mein typisches Manuel-Wesen und auch meine Kreativität behalten können. Das war mir immer sehr wichtig. Ich möchte nicht ein anderer Mensch werden, vor allem nicht für meine Liebsten. Und das klappt hervorragend (aus meiner Sicht). Trotzdem ist das Medikament für mich ein gamechanger.
Ob ich mein Leben lang Medikamente nehmen muss? Vielleicht. Die Alternative wäre, weiterhin mit den typischen Begleiterscheinungen von ADHS zu leben. Vielleicht ginge das als Selbständiger besser als früher als Angestellter. Aber ehrlich gesagt: Im Moment will ich es gar nicht ausprobieren. Und wenn es irgendwann neue Alternativen gibt, bin ich offen, diese zu testen.
Und weil ich den Einfluss auf die persönlichen Finanzen so spannend finde, habe ich hierzu ein Angebot aufgebaut. Erfahre mehr über meine Beratungsangebote oder vereinbare direkt einen Termin über die Kontaktseite.
Link zum Artikel im Beobachter: https://www.beobachter.ch/magazin/gesundheit/so-hat-die-diagnose-ihr-leben-verbessert-854545
Bildquelle: Beobachter.ch



