Zuzug und fehlende Beitragsjahre

Zuzug und fehlende Beitragsjahre

Zuzug mit 50 – und dann überrascht über eine gekürzte Rente? Das ist kein Fehler im System, sondern eine Realität, die man kennen sollte.

Die Gewerkschaften benennen ein wachsendes Problem: Immer mehr Menschen erreichen das Rentenalter mit zu wenig Beitragsjahren – oft, weil sie erst spät in die Schweiz gekommen sind. Die Folge: tiefere Renten, trotz oft hoher Erwartungen.

Kann man Lücken schliessen? Ja, teilweise…

Die Forderung nach flexibleren Nachzahlmöglichkeiten ist berechtigt und würde vielen helfen, Rentenlücken zu schliessen.

Doch eine wichtige Frage bleibt offen: Können sich die Betroffenen solche Nachzahlungen leisten? Und noch wichtiger: Wissen sie davon?

Die AHV ist ein Umlageverfahren mit klaren Regeln. Wer wenig einzahlt, bekommt auch wenig zurück. Und wer nicht von Beginn an dabei ist, riskiert eine reduzierte Rente.

Die Vorstellung, man könne sich auch mit wenigen Jahren Aufenthalt und hohem Einkommen eine volle Rente „erarbeiten“, hält der Realität nicht stand. Ein nachträglicher „Einkauf“ ist gesetzlich nur sehr begrenzt möglich.

Ein einfacher, regelmässiger AHV-Auszug wäre ein sinnvoller Schritt – für Transparenz, Eigenverantwortung und bessere Vorsorgeplanung. Gerade für Neuzuzüger und Expats ist es zentral, frühzeitig zu wissen, wie das System funktioniert – und wo die eigenen Lücken sind.

Aber nicht nur für Zuzüger: Die Rentenfrage endet nicht an der Landesgrenze. Wer sich mit 25 bspw. zum Surfen aus der Schweiz verabschiedet und plant, irgendwann in die Schweiz zurückzukehren – oder hier alt zu werden, ohne hier sein ganzes Erwerbsleben verbracht zu haben –, sollte die Konsequenzen kennen.

Fazit: Die Diskussion rund um die AHV braucht mehr als nur neue Forderungen – sie braucht Ehrlichkeit, finanzierbare Lösungen und ein Bewusstsein für die Realität einer mobilen Gesellschaft.

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